Dresdner Christstollen

Die besten Christstollen stammen aus Dresden. Dort wacht ein eigener Schutzverband erfolgreich über Herkunft und Qualität des legendären Weihnachts-Naschwerks.
August der Starke soll nicht nur ein recht robuster Zeitgenosse gewesen sein, der angeblich Hufeisen mit bloßer Hand verbiegen konnte, er scheint zudem auch einen ausgeprägten Hang zum Kulinarischen besessen zu haben. So ließ er in seiner Eigenschaft als Kurfürst von Sachsen anlässlich eines Militärmanövers im Jahr 1730 einen riesigen Stollen backen, der ganze 1,8 Tonnen auf die Waage brachte. Die Dresdner sind bis heute stolz auf diese Großleistung ihrer Vorfahren und betrachten das barocke Monstrum als Vorläufer ihres berühmten Christstollens – obgleich der Riesenstollen von damals bestimmte Merkmale aufwies, die die Dresdner heute nicht mehr tolerieren würden. So enthielt sein Teig unter anderem Eier! Und der Stollen wurde noch dazu im Juni gebacken! Alles Fehltritte, die man bei der Herstellung eines echten Dresdner Stollens unbedingt vermeiden muss. »Wir sind Traditionalisten«, erklärt Bäckermeister Michael Wippler, »und beginnen erst im Oktober mit dem Backen. Schon im Sommer damit anzufangen, wäre für uns unvorstellbar.« Alles hat seine Zeit – so lautet das Credo des alteingesessenen Stollenbäckers, dessen Familie seit stolzen 99 Jahren in der Elbmetropole ihr Geschäft betreibt.

Mehr über den Dresdner Christstollen finden Sie im apéro Magazin 13

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