Die Standhaften

Wenn ein polares Tiefdruckgebiet wie »Olga« Mitteleuropa in einen dicken Schneemantel packt und bereits ab November dauerhaft Autoscheiben mit Eisblumen schmückt, dann schmiegt sich an die heimische Ofenkachel wer kann. Allenfalls Hundebesitzer treibt es jetzt noch vors Haus. Sie schlagen Mantelkragen nach oben, Mundwinkel nach unten und beschränken, in stillem Einvernehmen mit den vierbeinigen Wegverursachern, den Flanier-Parcour auf das Notdürftigste. Die Cleveren verbinden diesen Freundschaftsdienst mit dem unverzichtbaren Einkauf winterlicher Überlebensmittel auf dem Markt; dort, wo im fahlen Licht und hinter nur scheinbar isolierenden PVC-Vorhängen, Markt-Frauen frische Waren feilbieten.
Der Münchner Viktualienmarkt, einer der bekanntesten und schönsten und traditionellsten deutschen Märkte (lat. victus »Lebensmittel, Vorräte«), ist in den winterkalten Monaten so eine begehbare Tiefkühltruhe. Eine jedoch, im frostklaren Unterschied zur Linde’schen Entwicklung, mit wissender Beratung sowie Zeit für einen freundlichen Schwatz von Stadtgeschehen bis Rezeptideen. Und nicht zuletzt natürlich mit Waren, deren Vitalgehalt und Geschmack sie mit allen Mitteln gegen den eisigen Biss von Väterchen Frost zu schützen wissen: sie, die standhaften Marktfrauen hinter den freiluftigen Obst- und Gemüseauslagen unseres Vertrauens.

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