Senkrechtstarter

22 cm sind das Gardelängenmaß und rund 16 mm der ideale Durchmesser des weißen Trieblings, der ab Ende März  zwar täglich bis zu sieben Zentimeter der Sonne entgegeneifert, diese aber bei idealer Behandlung auf dem Spargelfeld nie wirklich zu sehen bekommen wird. Senkrecht treibt er aus seinem Wurzelstock nach oben – wo er, wenn es Mutter Natur wirklich gut mit ihm meinte, schließlich Berührung mit den wissenden Händen der Familie Schrott bekommt. Hände, denen nicht von ungefähr namhafte Sterneköche blind vertrauen.
»Die Anbauflächen einzelner Großbauern reichen heute bis weit über die 200 Hektar«, weiß Richard Schrott junior, der zwar Feinelektroniker gelernt hat, dessen Herz aber für die familieneigenen Spargelfelder schlägt. »Dort«, so der Junior weiter, »gibt es vollautomatische Erntemaschinen, die von schweren Traktoren übers Feld gezogen werden. Oder auch mit Rohrsystemen durchzogene Spargelhügel, die mit Warmwasser gespült werden und dem Boden wie der Pflanze eine wärmere Natur vorgaukeln, damit der Spargel ein, zwei Wochen früher zum Verkauf steht.« Frau Schrott wirft kopfschüttelnd ein: »Der Bedarf an Holzhackschnitzeln zur Befeuerung dieser ›Fußbodenheizung‹ in der freien Natur ist enorm und von der CO2-Bilanz her ein Desaster«. »Wir sind Gott sei Dank! zu klein für solche Mätzchen und würden es auch bei passender Anbauflächengröße nicht mitmachen«, so erzählt Tochter Sabine und erklärt weiter, »Wir sind davon überzeugt, dass die Natur sehr genau weiß, wann die Zeit für richtig guten Spargel gekommen ist, der dann ohne Chemie oder Fremdwärme wächst und auch dadurch Zeit und Ruhe hat, um seine Wunschgröße auszubilden und die typischen Aromen zu entwickeln.«

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